Mittlerweile ist der Picaxe Programmierwettbewerb DaVinci Code beendet und Botgames hat einiges an Feedback bekommen. Kommentare von Menschen, die eigentlich wenig mit der Aufgabe angangen können.
Bisher konnten folgende durch aus positive Kommentare gesammelt werden
Von Pappelholz zu Pixeln:
Variationen von Mona Lisa
Was für ein Weg: 1503 von Leonardo da Vinci auf dünnem Pappelholz gemalt, kommt das Motiv heute gepixelt aus der Matrix - und dazwischen Ruhm und Abenteuer ohne Ende! 1911 etwa wurde sie aus dem Louvre gestohlen, tauchte erst Jahre später unter romanhaften Umständen wieder auf. Und während des 2. Weltkrieges „floh“ sie vor den deutschen Besatzern, vagabundierte in einem versiegelten Lieferwagen von einem versteckten Schlößchen zum nächsten. Doch heute hängt sie wieder „zuhause“ in Paris, gut gesichert hinter dickem Panzerglas und schnell zu finden: Viele Besucher kommen eigens wegen Mona Lisa, spezielle Wegweiser im Museum führen direkt zu ihr...
Und das alles letztlich, weil sie so guckt wie sie guckt: Über dieses berühmte Lächeln kann man geteilter Meinung sein. Für die einen war und ist es Ausdruck geheimnisvoller Sinnlichkeit – ein Männertraum in Öl – ich selbst aber fand den Blick immer irgendwie grenzdebil, wie wenn Kühe brüten. Ein anerkannter Kunsthistoriker stellte sogar die These auf, dem Modell hätten die Schneidezähne gefehlt, deshalb der merkwürdige Zug um den Mund - und manche Kritiker wurden richtig handgreiflich, 1956 überstand „Mona Lisa“ gleich zwei Anschläge: Erst spritzte ein Unbekannter ihr Säure ins Gesicht, dann schmetterte ein obdachloser bolivianischer Tourist einen Stein auf das Bild, nachdem er es stundenlang angestarrt hatte.
Die Wettbewerbsteilnehmer sind also ein gewißes Risiko eingegangen, denn mit einem flüchtigen Blick auf die Frau war es gewiß nicht getan. Dennoch sind den Ausrichtern keinerlei Fälle von akutem Kontrollverlust bekannt geworden, im Gegenteil: Alle eingesandten Arbeiten dokumentieren Können und Hingabe, Kreativität und Spaß an der Sache. Und es war sicher nicht leicht, den unterschiedlichen Interpretationen einen Rang zuzuordnen.
Vermutlich macht in Farbe und hart am Original am meisten Arbeit, erfordert hohe Kompetenz – aber auch die scherenschnitthaften Arbeiten in schwarzweiß – das zeigt Strukturen, erinnert im Einzelfall an Andy Warhol. Meine persönliche Favoritin ist ML09, die leichenhafte mit den Dollarzeichen in den Augen- dieser gruftige Groove mit den aufgewühlten Energiefeldern im Hintergrund, das hat was: Möge die Macht mit ihr sein!
Hagen Boelcke
Autor
. . . und einen Kommentar von einem Kunstkenner
wenn mir auch die Programmierleistung nicht ganz klar ist = was unterscheidet das "Programm" vonnem scan (?) ausser Ausschnitt/Farbgradation usw. find ich die Motivwahl umso einleuchtender ... knüpft an Warhols Perspektivwechsel von 1963 an (Thirty are better than one) und an Duchamp's respektlosen Schnurrbart von 1919 (L.H.O.O.Q) = eine gute Wahl euer Mona-Lisa-Code ... "TEN-ARE-BETTER-THAN-ONE" und die frohe Botschaft: das Ende von was Altem ist immer auch der Anfang von was Neuem ...
Zee-bidd! Walter
. . . und ein weiterer Kommentar
Also zu den Ergebnissen. Bestimmt ist es eine sehr schwierige Aufgabe und man kann bei allen Ergebnissen erkennen, dass es sich um Mona-Lisa handelt. Bei Ergebniss 9 allerdings hat es auch ein wenig Ähnlichkeiten mit E.T. Somit sind wohl alle Ergebnisse eine gute bis sehr gute Leistung.
Lutz von Aquafotos




